ins Ohr 1
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Die Dinge geben Laut. Mauern, Säulen, Gegenstände. Im antiken Athen gab es an zahlreichen Hauseingängen Hermenpfeiler. Diese wurden en passent genutzt: man legte das Ohr an die Herme und horchte, was sie zu sagen hatte. In den Wolken von Aristophanes führt Strepsiades das vor. Er nimmt auf diese Weise Kontakt zu dem Gott Hermes auf und stellt ihm eine Frage. Die Frage ebenso wie die Antwort, die Strepsiades zu vernehmen glaubt, sind Teil einer alltäglichen Praxis. Dazu gehören noch weitere Details wie etwa Opfergaben, eine Münze und dergleichen. Man näherte sich ganz dicht der Herme (neben der oft auch ein steinerner Herd und Leuchter standen) und flüsterte seine Frage ins steinerne Ohr. Anschließend, so erzählt Jacob Burckhardt in seiner Griechischen Culturgeschichte, hielt man sich mit den Händen die eigenen Ohren zu und ging davon. Erst nach einer Weile “nahm man die Hände von den Ohren, und das nächste Wort welches man dann zufällig zu hören bekam, war Weissagung (μαντευμα).” |